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Pressefreiheit in der EU ist nationales Thema
21.10.2009 09:00
Aus Europa:
Überflüssige Beschäftigung des Europaparlaments / Nicht nur Italien, auch Medienbeteiligung der SPD ein Thema
Das Europaparlament hat es heute abgelehnt, sich in
offensichtlich nationale Streitfragen der Medien- und Meinungsfreiheit
einzumischen. Auf Antrag der Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen
musste sich das Europaparlament mit einem nationalen Rechtsstreit des
italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi mit der Tageszeitung La
Repubblica beschäftigen.
Mit einer knappen Mehrheit hat die Straßburger Volksvertretung unter
Führung der EVP-Fraktion nicht nur den Antrag abgelehnt, sondern auch
verhindert, dass die Europäische Kommission aufgefordert wird, eine
EU-Richtlinie zur Medienvielfalt vorzuschlagen.
"Mich wundert, dass die Liberalen in Deutschland
immer Freiheiten propagieren, aber auf europäischer Ebene alles
regulieren wollen. Verlogen ist hierbei auch, dass die europäischen
Sozialdemokraten, die Liberalen und die Grünen vorgeben, europäische
Medien- und Informationsfreiheit diskutieren zu wollen, hierbei dann
aber die Diskussion über die Medienbeteiligung der SPD in Deutschland
verhindern. Diese Art der Diskussion sind einseitig ideologische
Diskussionen, die keinerlei europäischen Mehrwert haben", sagt der
CDU-Europaabgeordnete, der Mitglied im Innenausschuss des
Europaparlaments ist.
In den Augen von Axel Voss ist die SPD ein regelrechter Medienkonzern.
Die SPD besitzt Anteile an mindestens 70 Zeitungen und Verlagen -
darunter ein Kinderbuchverlag - 30 Radio- und 2 Fernsehsendern in
Deutschland. Dazu kommen die Einflussnahme auf weitere unabhängige
Zeitungen, Fernseh- und Radiosender durch die politisch besetzten
Posten in Verlagsgremien und Aufsichtsräten.
"Bei all diesen Zeitungen und Sendern weiß der Leser und Zuschauer in
der Regel nicht, dass es hier eine intensive SPD-Einflussnahme gibt.
Eigentlich sollen die Medien die Parteien kontrollieren, hier
kontrolliert die Partei SPD aber die Medien. Auch das ist im Sinne
einer Informations- und Meinungsfreiheit sehr besorgniserregend und es
muss diskutiert werden, ob dem nicht ein Riegel vorgeschoben werden
sollte", so der Abgeordnete für den Bezirk Mittelrhein aus Bonn.
Für weitere Informationen:
Axel Voss MdEP, Tel. +33 388 17 7302
EVP-Pressestelle, Thomas Bickl, Tel. +33 388 17 4306 oder +32 478 215372


